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Tag 145 – 152 Rangeley bis Monson

Tag 145 16.8. Zero Rangeley:
Da wir ja gestern bereits nach Rangeley gelaufen waren, konnten wir die Nacht im Hostel und damit in ganz normalen Betten verbringen. Das Ausschlafen entfiel jedoch ein wenig, da hier um 9:00 Messe war. Also ging es mit den alten Fahrrädern in die Stadt. Vor der Messe quatschten wir noch mit dem Pfarrer und dieser hieß uns dann vor der Gemeinde während der Messe willkommen. Nach der Messe kam dann eine Frau zu uns und lud uns mit ihrem Mann spontan zum Frühstück in ihr Häuschen am See ein. Diesem herzlichen Angebot konnten wir nicht widerstehen. Zum Frühstück kam auch noch eine österreichische Ärztin mit ihrer Tochter hinzu. So wurde bei Blaubeerpancakes, Schinkenspeck und Würstchen ausgiebig über Gott und die Welt geredet. Es schmeckte ausgesprochen vorzüglich. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!! Um die Mittagsstunde verließen wir dann diesen schönen Ort um noch einiges einzukaufen. Die Rucksäcke werden dann morgen wieder richtig schwer sein. Am Nachmittag hieß es dann Beine hoch legen und Kalorien sparen. Am Abend fuhr dann noch einmal ein Shuttle in die Stadt und wir gönnten uns Pizza, Pommes und eine 2l Cola Flasche (jeder). Man kann sich, glaube ich, leicht vorstellen, dass wir das nicht alles gegessen haben :-D.
Trailmeile: 1968.8
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Tag 146 17.8. Poplar Ridge Lean-to:
Der Morgen war entspannt und nach einem kurzen Frühstück ging es in die Stadt zum Postamt, damit ich endlich meine neuen, alten Schuhe bekam. Smiley versuchte in der Zwischenzeit ein Shuttle für sich zu organisieren. Er muss in ein paar Tagen wieder zurück nach Deutschland und sein Flug geht von NY aus. Hier oben in Maine sagen sich aber Fuchs und Igel gute Nacht, so dass sein Ausstiegsort Caratunk nicht der einfachste Ausgangspunkt ist. Er liegt direkt hinter der Fähre über den Kennebec River und über diesen gibt es weit und breit keine Brücken, so dass man große Umwege in Kauf nehmen muss. Nach einer Weile kamen wir dann zum Trail zurück und die Hostelmutti sagte nur: “Ihr werdet heute getoastet.” Also ging es los und die ersten Meter waren wie immer ein kleiner Horror. Bis zum Piazza Rock Lean-to verlief der Weg relativ eben. Am Shelter saß die Caretakerin und informierte uns über die Wasserquellen, denn an einigen ging es manchen Leuten nicht ganz so gut nach dem Wasser trinken. Der letzte Pond vor dem Aufstieg lieferte uns nochmal Wasser. Von da an ging es aufwärts auf den Saddleback Mt. Die Temperaturen von mehr als 25 Grad sind angeblich hier nicht ganz so normal und trieben uns die ganze Zeit den Schweiß aus allen Poren. Mein Trailguide schrieb zum Saddleback, dass man an klaren Tagen von hier aus den Mt Washington und den Kathadin sehen kann. Heute war es dafür leider etwas dunstig, aber dennoch hatten wir eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Täler mit dem Wald. Auf der Kammlinie und über der Baumgrenze ging es dann noch eine Weile weiter. Das schöne an diesem Tag – wir waren so gut wie alleine hier oben. Als es wieder unter die Baumgrenze ging, war es dann auch nicht mehr weit bis zum Shelter.
Trailmeile: 1979.5
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Tag 147 18.8. Crocker Cirque Campsite:
Da wir gestern noch das Zelt aufstellen mussten, dauerte es heute früh ein wenig länger bis wir los kamen. Vom Shelter ging es bergab bis zu einem Fluss, den man ohne Probleme überqueren konnte. Auf dem folgenden Lone Mt. trafen wir Goose Bump, Turbo und PieceDog. Sie gaben uns den Tipp am Sugarloaf abzubiegen und die 0.6 Mi auf den Gipfel zu gehen. Dort steht eine geschlossene Hütte mit Steckdosen, Heizung und Mikrowelle für Hiker. Leider war die Hütte zu nah dran, so dass wir nicht ausreichend Meilen hätten machen können.Es musste also weiter gehen :-(. An einem Stein war dann eine Gedenkplakette angebracht. In dieser Gegend endete der AT so wie er 1937 eröffnet wurde. Später wurde dann der Kathadin zum Ziel erklärt, aber es ist fraglich, wie lange das noch so bleibt. Kurz hinter der Plakette waren es dann nur noch 200 Mi bis zum großen Ende. Auf dem Abstieg hinunter zum Fluss sah man wie der Weg immer wieder seinen ursprünglichen Verlauf verließ, da an manchen Stellen der ganze Hang ins rutschen gekommen war. Als wir sicher unten angekommen waren, mussten wir erst Wasser filtern, da auch heute die Temperaturen viel zu hoch waren. Von dort ging es nochmal 1 Mi bergauf bis zur Campsite, wo wir unsere Zelte direkt am Bach aufschlugen.
Trailmeile: 1993.7
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Tag 148 19.8. Horn Pond Lean-to:
Für heute standen mit den Crockers und den Biegelows die letzten großen Bergkomplexe (über 4000 ft) vor dem Kathadin auf dem Plan. Der Crocker Southpeak war für mich kein Problem, aber Smiley begann bereits ein wenig über diese Berge zu fluchen, auch wenn es seine letzten sind. Es ging ein kleines Stück hinunter und dann hinauf auf den Northpeak. Von beiden Gipfeln gab es keine wirklichen Aussichtspunkte. Smiley versuchte immer wieder bei Dave anzurufen. Er ist der Fährmann über den Kennebec und bietet lautet AWOL-Guide auch Shuttles an. Es geht jedoch seit 2 Tagen immer nur die Mailbox ran. Auf dem Abstieg passierte ich dann endlich die 2000 Mi Marke. Das offizielle Schild dazu war hier jedoch nicht zu finden, was mich tatsächlich ein bisschen traurig stimmte, aber egal. Die meisten Wanderer Bogen dann ab nach Stratton, um dort Vorräte aufzufüllen und einen schönen Tag abseits des Weges zu verleben. Wir gingen weiter bis zu einem kleinen Flüsschen, an dem die Flaschen wieder aufgefüllt werden mussten, denn es war wieder gute 28 Grad warm. Das Flusswasser war ziemlich warm, daher war ich mir ein bisschen unsicher was die Qualität anbelangt. Zur Sicherheit nutzte ich zum ersten Mal meine Chlor Tabletten. Smiley reichte das Filtern aus und während sein Wasser abgestanden schmeckte, war die Geschmacksrichtung bei mir eher Schwimmbad mit der Temperatur Whirlpool (obwohl es ging schon). Nach dieser Pause machten wir uns an den Anstieg heran und kurz bevor es ernst wurde, kam dann das offizielle 2000 Mi Marken Schild. Als ich auf der Hälfte am Horn Pond ankam, musste ich ziemlich lange auf Smiley warten und dachte mir schon, dass wir hier an dieser Stelle Schluss machen würden. Er kam irgendwann ein wenig zerstört an und meinte er habe so heftig geschwitzt, das er Nasenbluten bekommen hat. Daher verkrümelten wir uns hier in das Lean-to. Smiley versuchte noch mal bei Dave anzurufen und siehe da, es klappte. Leider war er so beschäftigt, dass er zur Zeit für Shuttles nicht zur Verfügung steht. Das ältere Ehepaar, welches Smiley das Handy lieh, bot dann an, ihn am Samstag oder Sonntag von Caratunk mit nach New Haven zu nehmen, eine Nacht dort zu schlafen und von dort den Zug nach New York zu nehmen. Perfekt! Damit war das Shuttleproblem erstmal gelöst. Einfach toll, was es hier für Menschen gibt, die einem einfach so eine kostenlose Mitfahrgelegenheit und Schlafplatz anbieten.
Trailmeile: 2006.1
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Tag 149 20.8. East Flagstaff Lake Campsite:
Heute morgen mussten wir zuerst das South Horn besteigen und von dort über den Kamm zum West Peak weiter laufen. Die verschiedensten Southbounder hatten uns gewarnt, aber am Ende wird alles halb so heiß gegessen wie es gekocht wird. Als wir auf den West Peak hochkamen, schob sich unter uns eine dichte Wolkendecke ins Tal. Ein anderer Hiker mit Banjo lehnte am Abhang und spielte ein wenig auf seinem Instrument. Ich glaube, das kann ich an dieser Stelle schon sagen, dass das einer der besten Momente hier auf dem Trail war. Die schönsten Momente werden dann meistens wieder von der harten Realität des Wanderns beendet. Der Aufstieg auf den Avery Peak markierte für Smiley den letzten Berg über 4000 ft und so gut wie den letzten Aufstieg insgesamt. Ich glaube er war schon recht glücklich damit, denn von nun an ging es nur noch bergab bzw. ziemlich eben. Der Weg führte uns dann an einen See, an dem wir unsere Zelte aufbauten. Der Rest des Tages wurde am Strand verbracht.
Trailmeile: 2018.8
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Tag 150 21.8. Pierce Pond Lean-to:
Nachts um 1:30 wachte ich auf und hörte wie die ersten Regentropfen auf mein Zelt hämmerten – na super dachte ich. Um 6:30 war es immer noch nicht besser, aber irgendwann muss der Wandertag ja begonnen werden. Als wir unsere Zelte abbauten war es gerade einigermaßen trocken, aber schon nach den ersten Metern auf dem Weg ging es wieder los. Nach den ersten 5 Mi erreichten wir ein Shelter. Dort konnten wir im Trockenen einmal durchatmen und etwas essen. Nach dem Shelter folgten 10 Mi Flucht vor dem Regen vorbei an kleinen Seen mit schönen Stränden, für die wir aber nun wirklich keine Augen hatten. Zwischendurch hieß es für Smiley die 500 Meile feiern. Nachdem wir die Strecke ohne Pause hinter uns gelassen hatten, war an ein Umziehen noch nicht zu denken, denn wir wollten uns am nahe gelegenen Camp einen Platz beim 12 Blaubeerpancakefrühstück sichern. Es hieß also noch kurz bis zum Camp laufen und vielleicht noch eine Soda holen. Limonade gab es dann leider keine, aber der Platz für das Frühstück ist sicher. Danach ging es schnell zurück und in die trockenen Kleider.
Trailmeile: 2034.0
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Tag 151 22.8. Bald Mt. Brook Lean-to:
Heute hieß es für Smiley das letzte Mal im Shelter aufstehen und in die Klamotten schlüpfen. Nach kurzem Trab gab es dann das versprochene Frühstück und es war Wahnsinn. Es schmeckte super und das Hineinschaufeln lief ohne Probleme. Danach ging es los auf die letzten 3 Mi. Es passierte bis zum Kennebec nichts mehr spannendes, außer das wir uns beide jeweils einmal auf den Allerwertesten setzten. Am Fluß hieß es dann auf Dave warten, der uns mit dem Kayak übersetzen sollte. Sogar das Kayak hat ein White Blaze. Warum sind wir nicht durch den Fluß gewatet? Das ist theoretisch möglich, aber oberhalb der Querung befindet sich ein Staudamm der ohne Vorwarnung Wasser ablässt und dann wird es gefährlich, daher die Fähre. Hinter der Fähre trafen wir auf die Straße nach Caratunk und damit dem offiziellen Ende von Smileys Reise. Es ging aber erstmal zum Outfitter, der bot kostenlose Duschen und Waschmaschine. Nach einem guten Mittagessen und ein bisschen herum chillen, kam dann der Trailangel, der Smiley mit nach Conneticut nahm. Es hieß Abschied nehmen nach nun 517 Mi (832 km) und ich muss ihm meinen Respekt zollen, denn diese letzten Meilen waren die schwersten Strecken überhaupt. Für mich ging es noch 14 Mi weiter. Die Letzten musste ich dann mit Kopflampe gehen, da es schon ein wenig spät wurde. Aber alles in allem – ein guter Tag.
Trailmeile: 2052.7
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Tag 152 23.8. Monson:
Nach einem frühen Start in den Tag war ich bereits um 7:30 auf dem Moxie Bald Mt., dem höchsten Punkt für heute. Im Tal lagerten die Wolken über den Flüssen und Seen. Von hier aus ging es dann bergab bis zum West Branch Piscataquis River. Hier hieß es dann zum ersten wirklichen Mal Schuhe aus und rein in die Crocks. Das Wasser hatte eine Temperatur von ungefähr 10 Grad, aber es war eine schöne Erfrischung für die Füße. Es ging weiter über Steine, Wurzeln und durch den Schlamm. Nach der zweiten Flussdurchquerung hieß es flinke Füße, um möglichst zeitnah in der Stadt zu sein. Als ich dann an die Straße kam, musste ich nicht mal den Finger raus halten. Am Parkplatz nahm mich direkt jemand mit zu Shaws Hostel. Hier hieß es ein letztes Mal in einer Stadt einkaufen, bevor es morgen auf die Schlussetappe bis zum Katahdin geht. Um Energie zu sparen kann ich keine Berichte vorbereiten. Der nächste Beitrag wird also erstmal nur aus Bildern bestehen und der Text nachgereicht.
Trailmeile: 2074.7
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