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Tag 19 - 26 Fontana Damm bis Hot Springs

Appalachian Trail 2015

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12.04., Russel Field Shelter

Als wir an diesem Morgen das Fontana Damm Resort verlassen haben, hatten wir alle einen kleinen ausgedruckten Zettel in der Hosentasche, die Permit für den Great Smoky Mountain National Park. Zunächst galt es jedoch noch ein paar Restmeilen bis zum Fontana Hilton und dann den Damm an sich, zu überwinden und zu genießen. Da das Wetter wieder mal mitspielte, hatten wir Sonnenschein satt, bei 17 grad und leichtem Wind, also optimal zum Laufen. Am eigentlichen Eingang in den Park steckten wir dann artig unseren Zettel in den Briefkasten und durften zur Belohnung in 10 Mi 1000 m bergauf steigen. Dabei gab es meistens einen recht guten Blick auf den Damm. Am ersten Shelter waren bereits so viele Leute, das wir ohne anzuhalten das zweite Shelter 3 Mi später anliefen. Warum? Hier in den Smokys müssen die Hiker möglichst in den Sheltern schlafen, da hier deutlich mehr Bären unterwegs sind. Da das ganze ein Nationalpark ist, gab es bis vor wenigen Jahren auch keine Plumpsklos wie bei den meisten Sheltern außerhalb des Parkes, sondern Toilettenflächen. Zur Benutzung der Fläche gibt es hier sogar ein passenden Spaten. Ich denke mehr muss ich an dieser Stelle nicht sagen ;). Am Shelter traf ich dann noch Louis aka Six Strings (hat eine Gitarre mit), was ganz witzig ist, denn er kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Doberlug-Kirchhain. Wie klein doch die Welt ist.

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13.04., Siler Bald Shelter

Die Nacht war wahnsinnig laut, denn der Wind wehte sehr stark um unsere kleine Hütte. Am Morgen brachte er dann Nebel und leichten Regen von Westen, so dass uns ein feuchter Tag bevorstand. Den ganzen Tag ging es bergauf und bergab bei Sichtweiten meist unter 15 m. Daher freute ich mich heute um so mehr, meinen ersten tierischen Schnappschuss aufnehmen zu können - einen Truthahn. Es war ungefähr gegen 11 Uhr und ca. 100 m vor mir lief eine Wanderin. Plötzlich kommt er kurz nach ihr auf den Weg stolziert, lief dann gemächlich weiter, bevor er im Unterholz verschwand. Ich muss gestehen, dass ich beim Anblick des Truthahns einen kurzen Moment Hunger bekommen habe. 2.9 Mi vor dem Shelter ging der Regen richtig los, aber ich bin dann noch einigermaßen trocken angekommen und genieße nun die Annehmlichkeiten meines Schlafsacks.

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14.04., Gatlinburg

Da es die ganze Nacht durchgeregnet hat, entsprach der Trail heute einem guten Fluss. Das störte uns aber nur mäßig, denn es sollte am Abend nach Gatlinburg gehen, um uns ein wenig zu trocken. Zunächst stand jedoch der Clingmans Dome auf dem Programm. Er ist mit 2024 m der höchste Gipfel auf dem AT. Wir erreichten den Gipfel erfolgreich zu zweit  (mit Silent Force), gesehen haben wir aber nix, da wir in einer Wolke bzw. im Nebel liefen. Von nun an kommen nur noch kleinere Berge. Danach überschritten wir auch die 200 Mi Marke. Am Weg zum Shelter hinterließen wir eine Nachricht für Lightning Bold mit der Telefonnummer von Silent Force, da Lightning Bold sich am Anfang des Tages noch nicht sicher war, ob er mit in die Stadt kommen wollte. Am Newfound Gap stellten wir dann fest, das uns so wie wir aussahen (nach 5 h durch den Schlamm laufen),  wahrscheinlich niemand mitnehmen würde. Also gingen wir langsam auf der Straße in Richtung Gatlinburg. In der 2. Kurve hielt dann ein Pickup-Truck mit einem Ehepaar aus Conneticut, das uns dann doch mitnahm. In Gatlinburg besuchten wir nach unserem Standardprogramm die Hauptstraße. Gatlinburg ist eine Vergnügungsstadt mitten in den Bergen. Man konnte Minigolf spielen, Grusel- oder Spiegelkabinette besuchen oder einfach Moonshine (Alkohol) testen. Nach einem Besuch im 5Guys (einem Burgerladen) gab es noch kostenloses Eis von Ben and Jerrys. Ihr Laden verteilte heute den ganzen Tag kostenlos Eis für den guten Zweck - hmmm lecker.

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15.04., Pecks Corner Shelter

Als ich heute morgen aus unserem Motelzimmer blickte, sah ich nichts als Regen. Pünktlich um 9:00 standen wir trotzdem bereit, um mit dem Shuttle zurück zum Trail zu fahren. Nach 20 min vergeblichen Wartens, bemerkte der Motelbesitzer dann, dass er vergessen hatte einen Fahrer zu organisieren. Da  auch nach mehreren Telefonaten keiner in der Lage war uns zu fahren, entschieden wir uns zu trampen. Die Ausgangslage dafür war natürlich eher mäßig, denn wer nimmt schon 3 nasse Typen mit großen Rucksäcken mit? Nach 20 min hielt dann doch ein Wagen mit 2 Kanadierinnen, die für ein Bridgeturnier in der Stadt waren. Sie setzten uns dann am Trail im Regen aus. Der ganze restliche Tag war dann einfach nur noch nass. Es hätte ein Tag mit Superaussicht werden können! Stattdessen war der Trail einfach nur ein einziger Fluss. Am Abend wird im Shelter natürlich auch nix trocken, sondern alles ist einfach nur kalt. Ich war aber froh, wenigstens  in trockenen Sachen in meinen warmen Schlafsack kriechen zu können.

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16.04., Cosby Knob Shelter

Heute Morgen stand dann die Entscheidung an in die klatschnassen Sachen zu schlüpfen oder in trockene Sachen und das Risiko eingehen, heute Abend kein trockenes T-Shirt mehr zu haben. Ich ging das Risiko ein. Das Schwierigere waren heute die Schuhe, denn die kann man sich nicht einfach aussuchen. Es bedeutete die Füße quasi in 2 Kübel mit Eis zu stecken, denn draußen waren vielleicht 8 grad - kurz um, ich brauchte 2 Versuche bis ich es übers Herz brachte mir die Schuhe zuzuschnüren. Es hieß also einfach loslaufen und dann werden die Füße schon warm werden, was auch gelang. Nach einer Stunde kämpfte sich nach und nach die Sonne durch und es gab sogar heute ein paar kleine Aussichten. Der Trail war heute kein Bach mehr, aber entsprach zu großen Teilen einem einzig großen Schlammsee. 2 Mi vor dem Shelter erwischte uns dann doch noch eine kurze Regenhusche.

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17.04., Green Corner Road

Als wir am Morgen aufwachten, waren wir ein wenig verwundert, denn es hatte tatsächlich die gesamte Nacht nicht geregnet! Es war unser letzter Tag in den Smokys und heute gab es trotz des vielen Regens der vorherigen Tage noch einmal ein paar schöne Aussichten zum Genießen. Wir stiegen dann von rund 1800 m auf 500 m ab. Im Tal war es dann auch ein paar Grad wärmer und die Bäume waren bereits wesentlich grüner. Ich bin dennoch froh, die Smokys abhaken zu können. Im Trockenen sind sie sicherlich wunderschön, aber es gibt hier auch ein Sprichwort: "Nichts trocknet in den Smokys", was ich nur bestätigen kann. Wir sind heute zum Abschluss in Standing Bear Farm gelandet, einem rustikalen Hikerhostel. In 2 Tagen werden wir Hot Springs erreichen und uns dort einen Zero genehmigen. Das Trailfest ist dann zwar gerade zu Ende, aber das ist ok.

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18.04., Roaring Fork Shelter

Das Wetter heute morgen sah recht viel versprechend aus, das heißt kein Regen in Sicht. Also kurze Hosen und eine Dose Raviolie zum Frühstück, denn es ging heute direkt mit einem Anstieg von 550 m auf 1300 m los. Vom Snowbird Mt. ging es dann wieder runter und auf den Max Patch wieder hoch. Auf dem Gipfel gab es dann einen wunderbaren 360Grad - Rundumblick und einen sehr schönen Rückblick auf die Smokys. Am Fuße des Max Patch hatte eine Gruppe - bestehend aus Thru Hikern von 2014 - ihr Lager aufgeschlagen und feierte eine Mischung aus Reunion und Trailmagic. Es gab al- so ausreichend zu Essen und Getränke. Ich kann an dieser Stelle nur sagen megaaffenartigsupergeil, denn sowas versüßt einem den sowieso schon wunderbaren Tag noch mehr. Am Abend lerne ich noch Johann kennen. Er ist ein 73-jähriger Deutscher aus Ostfriesland der 600 km laufen will, um Spenden für den weißen Ring zu sammeln.

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19.04., Hot Springs

Als ich heute früh aus meinem Schlafsack schaue, traue meinen Augen nicht. Es ist 6:10 und alle wuseln draußen herum. Der Tag beginnt normalerweise im Moment erst so gegen um 7, das heißt also auch für mich aufstehen (im Sommer werden wir da zwar schon wieder auf dem Trail sein). Ich war der letzte der Shelter Gruppe, sprach gerade mit Johann und war kurz davor aufzubrechen, als es plötzlich zu Regnen beginnt. Da es nur ein leichter Regenschauer ist, geht es in kurzen Hosen und T-Shirt los. Da heute wieder keine Sicht ist, hießt es die kleinen Schönheiten des Weges ein bisschen mehr zu genießen. Nach 14 Mi überholte mich Sparrow, ein äußerst schneller Hiker, den wir vor den Smokys kennengelernt haben. Er hatte ein bisschen mit Silent Force und Lightning Bold gequatscht und lud uns ein, in Hot Springs in seiner Cabin zu übernachten. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und gingen die zusätzlichen 3 Meilen in die Stadt. So kamen wir zu unserem ersten 18 Mi Tag. Nach einer Dusche ging es dann ins Restaurant, um den AT-Burger auszuprobieren. Ein kleines Monster aus 600 gr Fleisch, was aber nach so einem Tag kein Problem war. Und lecker war er auch noch. Die nächsten zwei Tage werden wir die Beine hochlegen und es uns richtig gut gehen lassen.

One thought on Tag 19 – 26 Fontana Damm bis Hot Springs

  1. Lieber Dominique, immer wieder lese ich deinen Reisebericht und freue mich, auf diese Weise an deinen Erlebnissen, Erfahrungen … teilnehmen zu können. Ich hoffe du bist guter Dinge und bester Gesundheit. … Gestern bin ich wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, wo ich mich einer kleinen OP unterziehen musste. Christoph und Ursel besuchten mich gestern hier in Wittichenau … Deine Mutti habe ich leider zu ihrem “50.” nicht erreichen können …
    Dir alles Liebe und Gute, Gottes Schutz und Beistand für deinen weiteren (inneren und äußeren) “Pilgerweg” … in herzlicher Verbundenheit Dein Onkel Wolfgang

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