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Category : Wandern

In der Nacht regnete es aus Eimern. Als wir jedoch aus unseren gemütlichen Betten kletterten, hat es bereits aufgehört. Um 7:00 holt uns das Shuttle der First Baptist Church zu einem All You Can Eat Buffet für Hiker ab, das sogar noch kostenlos ist. Das hieß für uns Pancakes mit Marmelade und Sirup, Bacon, Obst und O-Saft. Kurz nach diesem Leckerbissen kam das Shuttle und fuhr uns raus auf den Trail. Gernot kam ebenfalls mit um uns zu verabschieden. Er muss noch ein wenig länger bleiben und seine Füße pflegen, er war dennoch verständlicherweise wehmütig als er uns ziehen lies. Der tiefhängende Nebel in den Bergen sorgte für ein Gefühl wie im Treibhaus. Das führte bei allen Beteiligten zu einem wahren Schwitzmarathon. Der Regen der Nacht tröpfelte noch leicht von den Bäumen. Als ich kurz vor dem Shelter war, begann es jedoch kräftiger zu regnen. Das Regenzeug blieb jedoch im Rucksack. Im Shelter war ich froh einen trockenen Schlafplatz gefunden zu haben. Einer der Hiker versuchte jedoch offensichtlich mit seinem Benzinbrenner die Hütte in Brand zu setzen, zum Glück ohne Erfolg. Er hatte auch ein Radio mit. Hier gibt es einen Radiosender der die ganze Zeit nur die Wettervorhersage für die Region durchgibt und die sah für die nächsten Tage nur Regen und Gewitter voraus. Mal schauen was das wohl werden wird.
Trailmeile: 120.8

An einem Zero gibt es an sich nicht so viel zu tun – außer möglichst wenig Kalorien zu verbrauchen und dafür umso mehr zu sich zu nehmen. Das fängt normalerweise bereits beim Frühstück an. Hier entschieden Lightning Bold und ich jedoch mal für die Cornflakes richtige Milch zu verwenden. Da unsere Körper alle auf einen normalen Wandertag eingestellt waren, gab es das Frühstück auch schon um 7:30. Danach gingen wir zu Ingles (einem größeren Supermarkt) um unsere Vorräte für den 3- Tages-Hike nach Franklin aufzufüllen. Im örtlichen Outfitter gab es dann auch noch eine kleine Gaskartusche für meinen Brenner. Danach kam die Wäsche dran und mit frischen Sachen ab zu Subway. Der Nachmittag wurde dann zum größten Teil im Bett verbracht, bevor es am Abend Cheeseburger, Fritten und einen halben Liter Eissauce gab (der Kühlschrank im Zimmer ließ das Eis einfach schmelzen)
Trailmeile:  69.9

Nach dem gestrigen Festmahl bei Wendy mit Burgern und Pommes gab es heute früh nur ein gemütliches Frühstück mit Cornflakes und O-saft. Breakless hatte mir geschrieben,dass er auch in der Stadt sei und für 9:30 ein kostenloses Shuttle zum Trail gefunden hatte. Als wir nun zum Treffpunkt schlenderten, hielt neben uns ein roter Pickup Truck und bot an, uns mitzunehmen. Wir sprangen also auf die Ladefläche und schon ging die Fahrt im kalten, klaren Morgen los. Der Trail bescherte uns heute wieder einen warmen aussichtsreichen Tag. Heute stand auch nicht so viel auf dem Plan, so dass wir zeitig da waren um die Aussicht und den Nachmittag zu genießen. Breakless kam kurz nach mir und wir quatschen kurz, bevor er sich nun endgültig davon machte und mehr Meilen machen wollte. Am Abend kamen dann doch noch ein paar Leute ins Shelter. Alles junge Leute in meinem Alter, wobei der ein oder andere vermutlich auch der Hippie Szene zuzuordnen wäre. Es ist sowie lustig wen man hier so trifft, das sind Familien, Einzelgänger, Rentner, Studenten, Arbeiter und so weiter. Der Trail ist hier schon eine Art Schmelztiegel. Als ich im Schlafsack liege, macht sich noch jemand einen Cheeseburger und ich denke: “Das ist ganz schön gemein ;-).”
Trailmeile: 58.6

Heute hieß es mal aus einem normalen Bett aufstehen, was nochmal extra hart war, denn wir wussten das es draußen unter 0 grad war und wir uns dort wieder Vergnügen dürften. Martin wollte heute gerne 20 Mi schaffen. Da ich jedoch abwinkte, wollte er es sich im Laufe des Tages noch einmal überlegen. Wir verabschiedeten uns dennoch voneinander für den Fall das wir uns heute trennten. Also wieder jede Menge anziehen und hinaus in den kalten, klaren Morgen. Aus dem Weg wurde heute sogar gelegentlich ein Parkplatz, obwohl ausreichend Platz da war. Es wurde ansonsten ein wunderschöner Wandertag bis Low Gap Shelter. Hier laß ich, dass Martin 1 h vor meinem Eintreffen ins nächste Shelter aufgebrochen war. So endete unser gemeinsamer Weg heute vorerst, aber der Weg ist lang und man weiß nie, wo man sich wieder sieht. Morgen geht es nach einem kurzen 10 Mi Sprint nach Helen.
Trailmeile: 43.2

Heute früh gab es noch einmal ein zünftiges Frühstück im Hiker Hostel bevor es für ein paar Tage nur noch Instantnudeln und Cracker geben wird. Der Amicolo State Park empfing uns mit 17 C (ich schreibe in Zukunft nur C nicht grad C) und Sonnenschein. Im Besucherzentrum haben wir uns registriert und ich trage die Nummer 720. Es ging danach direkt zum Steinbogen, wo so viele schon darunter standen um ihren Weg zu beginnen. Es dauerte gefühlte 2 min bis die Suppe lief und die vorher sorgfältig aufgetragene Sonnencreme sich verflüchtigte. Die 604 Stufen auf den Wasserfall waren nach 20 min gegessen und wir waren der Meinung, jetzt sind wir oben und laufen nur noch auf dem Grad des Berges. Der Weg belehrte uns eines besseren. Es ging ständig bergauf und bergab.
Martin war nach 15 min verschwunden, aber ok jeder läuft seinen eigenen Weg. Nach 3 Pausen erreichte ich Springer Mt. um 15.30 bei herrlichsten Sonnenschein und wunderbarer Aussicht. Martin wartete schon 1 h auf mich und hatte auch schon mit dem “Hausmeister” des Berges Bekanntschaft gemacht. Er gab uns am Abend unsere erste Lektion in Sachen Bearbag hängen. Martin bekam inzwischen den Trailnamen “breakless”, weil er den ganzen Tag ohne Pause zum Springer gelaufen ist. Die Nacht wird hoffentlich gut.
Trailmiles 0

Am Sonntag den 22. ging es um 8.00 in Potsdam los um in Berlin Tegel zu starten. Mein Flieger hatte auch direkt 15 min Verspätung, aber da ich mit 4 h Aufenthalt in Paris gerechnet hatte war alles im Lot. Martin hatte ja bereits mit seiner Umbuchung recht viel “Glück” gehabt, aber das war ihm offensichtlich nicht genug.Sein Flugzeug hatte 45 min Verspätung und so wurden aus 1,5 h Aufenthalt 45 min auf einem Flughafen der größer ist als Frankfurt. Das Boarding war bereits im vollen Gange als er am Gate eintraf. Als wir im Flugzeug saßen schaute Martin aus dem Fenster und sagte: “Hey da ist mein Rucksack auf dem Flugfeld.” Während des Fluges gab es dann ziemlich viel zu Essen. Atlanta empfing uns mit Regen und 15 Grad. Nach der relativ schnellen Grenzkontrolle sollten wir theoretisch unser Gepäck in Empfang nehmen. Mein Rucksack war auch da, Martins hatte es nicht vom Flugfeld ins Flugzeug geschafft und durfte noch eine Nacht in Paris bleiben. Die Nacht haben wir dann bei einem netten Couchsurfer verbracht, der uns vorher noch seinen Arbeitsplatz in einem der Wolkenkratzer von Atlanta gezeigt hat.
Am Montag ging es nach einem zünftigen Frühstück beim Waffle House in den REI und den Walmart, um die letzten Sachen wie den Kocher zu besorgen.

Morgen geht’s nun los. Mein Flieger startet in Berlin nach Paris und von dort aus geht es weiter nach Atlanta. Bis vor 3h dachten Martin und ich das wir zusammen auf große Tour gehen werden. AirFrance war dann aber offensichtlich der Meinung das es unmöglich ist das 2 Leute zusammen fliegen können und hat Martin kurzerhand auf einen späteren Flug nach Paris umgebucht – na super. Wir hoffen das wir nun morgen trotzdem ohne Probleme von Paris abheben. An dieser Stelle möchte ich mich noch für alle eure guten Wünsche bedanken.
Zeit bis zum Start < 24h

Es sind nun nicht mehr viele Tage bis der Flieger Richtung USA abhebt. Für das halbe Jahr braucht man natürlich ein bisschen Ausrüstung.Ich denke das es die perfekte Ausrüstung nicht gibt, da jeder individuell immer irgendwelche speziellen Wünsche hat, daher ist ausprobieren angesagt. In Neels Gap, ungefähr 60 km nach dem Start, trifft man zum ersten Mal wieder auf Zivilisation und dort werde ich noch einmal die komplette Ausrüstung überdenken und sicherlich das ein oder andere rausschmeißen, damit mein Rücken nicht ganz so viel tragen muss.

Die Prüfungen sind nun endlich vorbei und die Zeit bis zu meinem Abflug scheint mir zwischen den Händen zu zerrinnen. Was gibt es nicht noch alles zu tun? Der Schlafsack ist jetzt mit freundlicher Unterstützung von YETI unterwegs zu mir. Es fehlen noch eine Menge Ausrüstungsgegenstände wie z.B. der Wasserfilter, Isomatte, Regenhosen und und und. Ein weiteres Problem, was ich vor kurzem hatte, war die liebe Literatur, denn trotz moderner Kartenapps braucht man immer auch eine “Hardwarekarte”, die ohne Akku funktioniert. Ich habe mich erstmal für den Thru Hiker Companion entschieden. Der hat zwar keine genaue Profilkarte, aber alle aktuellen Informationen. Dieser Wanderführer war jedoch auf aktuellen Seiten im Internet nicht mehr verfügbar und ich hatte die Befürchtung keinen mehr zu bekommen. Jetzt wird er aber doch rechtzeitig bei mir ankommen und ich kann meine Planungen vorantreiben.
In den letzten Tagen habe ich immer wieder gehört, dass dieser Winter wohl ein Rekordwinter an der Ostküste bezüglich der Schneemenge werden wird. In den Neuenglandstaaten sind wohl bisher insgesamt 2.04 m gefallen und die Niagarafälle sind zugefroren. Ein Vorteil könnte dieser Rekordwinter dennoch haben und zwar das es in diesem Jahr vielleicht nicht ganz so viele Mücken geben wird. Das bleibt aber noch abzuwarten.
Wie ihr seht habe ich das Layout noch einmal verändert. Ich hoffe der Blog ist jetzt gut lesbar.
PS.: Das ist mein erster Beitrag, der nur auf dem Handy geschrieben wurde.
UPDATE: Der Thru Hiker Companion ist angekommen und enthält zum ersten Mal auch eine Profilkarte, was die Tagesplanungen später einfacher machen wird.

Jaja wer kennt das nicht? Man hat eigentlich so viele Sachen vorzubereiten und man weiß gar nicht wo einem der Kopf steht und dann kommen auch noch ein paar Prüfungen, die man mal so nebenbei mitmachen muss. Nichts desto trotz muss es ja auch einen Weg nach dem Trail geben und damit man den gut bestreiten kann, bleibt es dabei – Prüfungen bestehen. Bei mir ist es nun soweit – in den nächsten 3 Wochen sind die letzten Prüfungen und mit dem 13.02. endet für mich die Zeit der Vorlesungen und Prüfungen. Ab diesem Zeitpunkt liegt das Hauptaugenmerk nur noch auf der Vorbereitung der großen Tour. Die aktuellen Nachrichten aus den USA, im Speziellen hier ja nun klar die Ostküste, lassen aufmerksam werden. “90 cm Schnee für New York City” und “möglicherweise schlimmster Schneesturm der Geschichte an der Ostküste steht bevor”. Das lässt einen dann doch schon nachdenklich werden. Hat das Auswirkungen auf den Trail, wenn wir Ende März starten? Denn solche Schneemassen verschwinden nicht von heute auf morgen. Bei starker Schneeschmelze kann das abfließende Wasser bestimmt starke Schäden am Weg hinterlassen. Was hilft das heiß machen? Hinfliegen und schauen wie es aussieht ;D. Ich habe in den letzten Tagen in einem Forum gelesen, das jemand bereits am 07.02. starten wird. Das ist meiner Meinung nach äußerst sportlich und er sollte sicherlich über eine Schneeschaufel fürs Zelt nachdenken. Nein, Spaß bei Seite, auch in normalen Jahren muss man immer mit Schnee am Anfang rechnen und es gibt unzählige Berichte von Thru-Hikern, die aus dem Schnee gerettet werden mussten und das ist sicherlich nicht das einfachste Unterfangen.
noch 54 Tage bis zum Abflug