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Tag 34 – 39 // Tehachapi nach Kennedy Meadows

Tag 34 - 39 // Tehachapi nach Kennedy Meadows

Pacific Crest Trail 2019

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01.06., Tehachapi - Golden Oak Spring

Da wir einen kurzen Tag geplant haben, konnten wir etwas länger schlafen und checkten pünktlich 9:55 aus. Im TehachaPIE gab es dann für uns kostenlos etwas ältere Kuchenstücke, die nicht mehr verkauft werden. Die waren äußerst lecker. Ich hatte Erdbeere mit Limone. In Kohnens Bäckerei gab es dann noch Kaffee, ein Schokocroissant und die Pizzareste von gestern - ungewöhnliche Mischung? Der Hiker isst alles, so lange es viele Kalorien hat. Da keiner der Trailangels für uns Zeit hatte, stellten wir uns an die Straße, um aus der Stadt hinaus zu kommen. Es dauerte keine 15 min und wir waren zuück auf dem Weg. Der folgende kleine Abschnitt des PCT hat durch Cheryl Strayed einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt. In Ihrem Buch beschreibt sie, wie sie von hier aus zu ihrer geplanten 1000 Mi Wanderung aufbricht. Der erste Anstieg aus der Stadt war mühselig, denn es ging über 2000 ft in der Mittagssonne nach oben. Zum Glück wehte der Wind ein bisschen und vorbeiziehende Wolken spendeten Schatten. Gegen 16:30 fing es dann an zu hageln und zu regnen - na toll. Also ging es im Regen weiter bis zur einzigen Wasserquelle des Tages - die Golden Oak Spring. Zum Glück hörte es kurz vor der Quelle auf zu regnen und meine Sachen trockneten aus.

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Trailmile

02.06., Golden Oak Spring - Campsite Tm 606.3

In der Nacht regnete es wieder, aber am Morgen waren die Zelte alle trocken. Nun hieß es Wasser schleppen, denn die nächste Wasserquelle war 18.5 Mi entfernt und dazwischen gab es keinen Wassercache oder ähnliches. Die schnell aufsteigende Sonne und der feuchte Boden sorgten für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, sodass der Schweiß schnell in Strömen floss. Terminator, Sergeant, AL und ich waren ganz schön müde, denn der letzte Zero liegt jetzt doch schon ein Weilchen (Wrightwood) zurück. Gegen Mittag kam ich um eine Ecke und von weitem erkannte ich einen toten Ast auf dem Weg. Ich schenkte ihm weiter keine Beachtung, doch als ich näher kam erschrak ich, denn der Ast bewegte sich vom Weg herunter, es war eine Schlange. Am Nachmittag grollte es wieder und wir beeilten uns, um ins Lager zu kommen und die Zelte aufzustellen. Zum Glück bin ich nur mäßig nass geworden.

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Trailmile

03.06., Campsite Tm 606.3 - Bird Spring Pass

Heute stand der trockenste Teil des PCT auf dem Programm. Es ging zunächst im leicht bewaldeten Gebiet 3 Mi bis zur nächsten Wasserquelle. Von dort ist die nächste sichere Wasserquelle etwa 35 Mi entfernt. Die PCT App vermeldete jedoch auf der Strecke 2 Wassercaches, die beide, den Kommentaren nach, gut bestückt sind. Um auf Nummer sicher zu gehen und mit der Hoffnung, dass wenigstens einer der beiden Caches Wasser hat, ging es mit zusätzlichen 4 l raus aus dem Wald in die pralle kalifornische Sonne. Die 7 Mi bis zum ersten Wassercache waren noch einigermaßen kühl. Dort angekommen, waren die ersten beiden Liter weg. Zum Glück gab es dort Wasser in Hülle und Fülle. An dieser Stelle nochmals vielen Dank den lieben Trailangels. Das fehlende Wasser wurde aufgefüllt und ich trank noch zusätzlich 1 Liter. Unter Thru-Hikern heißt das Camel-Up. Unter wolkenlosem Himmel ging es weiter und auch wenn es nur leicht bergauf und -ab ging, so lief zumindest bei mir das Wasser in Strömen. Am Nachmittag bildeten sich zum Glück Wolken, sodass es in Kombination mit dem leichten Wind einigermaßen erträglich wurde. Gegen 17:30 erreichte ich den zweiten Wassercache und das Ziel des heutigen Tages. Der Ausblick der sich hier bot, war jedoch wirklich grandios.

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04.06., Bird Spring Pass - Walker Pass

In der Nacht konnte ich kaum schlafen, denn von meinem Innenzelt aus konnte ich die Sterne beobachten. Hier draußen gibt es absolut keine natürlichen Lichtquellen und da der Mond sich auch nicht blicken ließ, zog sich die Milchstraße wie ein weißes Band über den Nachthimmel. Wer auch immer die Wüste nicht mag, dem sei an dieser Stelle ans Herz gelegt, wenn ihr die Möglichkeit habt in der Wüste zu zelten, dann macht das, um die Sterne zu beobachten. Es ist ein einzigartiges Erleben. Um 4:30 beschloss ich aufzustehen und los zu laufen. Um 5:15 ging es in die aufgehende Sonne. Da der Weg sich so langsam aus der Wüste verabschiedet, konnte ich den heutigen Morgen einfach genießen. Terminator, Sergeant und Al wollten nur bis zum Campground und morgen in die Stadt fahren. Da ich jedoch gut zu Fuß war und morgen weiter wollte, gab ich Gas und hatte 13:00 die 20 Mi hinter mich gebracht. Am Walker Pass wartete sogar ein kleiner weißer Pick Up, der mich auch direkt mitnahm, so ein Glück mal wieder. Die Stadt war 35 Mi entfernt, von daher ein wirklich weiter Hitch. Der Fahrer wollte mich glatt noch zu einem Mittagessen einladen, aber so wie ich vermutlich roch, war ich schon über die Mitfahrgelegenheit überglücklich. So konnte ich den Rest des Tages mit Wäsche waschen und Essen (inkl. 1 Pint Eiscreme) verbringen.

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05.06., Walker Pass - Campsite Tm 676.1

Zum Glück brauchte ich mir heute früh keine Sorgen machen, wie ich zum Trail komme. Es gab einen Bus, der um 5:20 die Stadt verließ und mich um 6:20 am Walker Pass absetzte. Zum Glück war die Temperatur noch annehmbar, denn es ging direkt 2000 ft nach oben und auch wieder herunter. Auf dem Weg nach unten traf ich Froggy. Sie hatte ihre Brille in der Hand und versuchte mit einem Messer eine winzige Madenschraube festzudrehen. Sie konnte dabei nicht erkennen, ob die Madenschraube überhaupt da war. Ich versuchte ihr zu helfen, aber nach einer Weile musste ich aufgeben. Die Madenschraube war zwar da, aber mit dem Messer konnte ich keine Kraft auf die Schraube bringen, ohne mich dabei ernsthaft zu verletzen. Zum Glück hatte sie noch ihre Sonnenbrille dabei, mit der es jetzt bis Kennedy Meadows gehen muss. Als ich zu meiner Mittagspause an den Spanish Needle Creek kam, begrüßte mich ein anderer Hiker. Es war Second Chance. Er ist, glaube ich, so der bekannteste Hiker in diesem Jahr, weil er schon im Februar los gelaufen ist. Warum? Er hat ein klein wenig Übergewicht und sein Arzt hat ihm dringend geraten abzunehmen. Er hat auch einen YouTube Kanal mit, ich glaube, 20.000 Abbonnenten. Schön, ihn und seine Gruppe mal getroffen zu haben. Nach der Mittagspause ging es noch einmal 2000 ft nach oben. Kurz vor der Ridge zog ein Unwetter im Nachbartal auf, also wartete ich erst einmal ab in welche Richtung es zog, bevor ich mein Zelt aufbauen konnte.

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06.06., Campsite Tm 676.1 - Kennedy Meadows

Heute stand ein großer Meilenstein auf dem Plan - Kennedy Meadows. Zunächst hieß es erstmal um 4:30 aufstehen und mit der aufgehenden Sonne ging es dann los. Zunächst ging 5 Mi bergab und danach direkt wieder nach oben. Zum Glück brannte die Sonne nicht so heftig. In der Ferne tauchte Mt. Whitney auf und die verschneiten Gipfel der Sierra warfen ihre Schatten voraus. Dieser Anblick zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen. Von der Spitze des letzten Gipfels ging es nur noch bergab und dann entlang eines Flusses in Richtung Kennedy Meadows. Kurz vor Kennedy Meadows hieß es noch mal kurz anhalten und die 700 Mi-Marke feiern. In Kennedy Meadows wird jeder Hiker beklatscht, der es durch die Wüste geschafft hat. Im General Store gab es zwei Briefe für mich und dann ging es mit einem Trailangel in Richtung Grumpy Bear. Dort gab es dann ein vernünftiges Abendbrot und meine 4 Päckchen mit Ausrüstung und Essen. Das war wie Weihnachten. Fazit des Tages: Wüste checked.

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Dominique

6 thoughts on Tag 34 – 39 // Tehachapi nach Kennedy Meadows

  1. Hallo Dominique!
    Glückwunsch, dass Du die Wüste geschafft hast – jetzt kommen also die großen Berge – dafür wünsche ich Dir viel Glück-pass auf Dich auf!
    Gruß Frank

    • Hallo Frank,
      vielen Dank für den Glückwunsch. Ich muss leider sagen, dass meine Reise auf dem PCT in diesem Jahr bereits zu Ende gegangen ist. Ich hatte heute eine Op und melde mich einfach nächste Woche mal.
      Gruß Dominique

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